GUSTAVE COURBET

Gustave Courbet, am 10. Juni 1819 in Ornans im französischen Jura geboren und am 31. Dezember 1877 in La Tour-de-Peilz am Genfer See gestorben, zählt zu den wichtigsten Wegbereitern der klassischen Moderne. Sein selbstbewusstes Auftreten, die Betonung seiner Individualität als Künstler, sein Hang zur Provokation und zum Tabubruch wie auch seine revolutionäre Maltechnik setzten Massstäbe, die Generationen von Künstlern geprägt haben. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler ist die erste Courbet gewidmete in der Schweiz seit über fünfzehn Jahren. 

Gezeigt werden wegweisende Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers, darunter viele Gemälde, die nur selten oder viele Jahrzehnte gar nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Am Beginn stehen die frühen, komplexen Selbstporträts, mit denen Courbet sich im Pariser Kunstzirkus wirksam in Szene setzte und die zu Ikonen des 19. Jahrhunderts geworden sind. Darauf folgen die Bilder seiner Heimat, Gemälde von verschwiegenen Bachläufen und Quellen, von Felsformationen und Grotten, die die Landschaftsmalerei revolutionierten. Courbets Darstellungen von Wellen und seine Ansichten des Meeres machen die Schönheit und Dynamik der Natur immer wieder von Neuem erfahrbar. Seine Winterbilder weisen ihn als einen virtuosen Maler der Farbe Weiss aus. Das Material des Künstlers, die Farbe, wird zum Gegenstand der Kunst; das Sujet verliert an Bedeutung, das Wie wird so wichtig wie das Was – eine der Grundvoraussetzungen für die Entwicklung der Abstraktion. Im Zentrum der Ausstellung stehen Courbets geheimnisvolle Frauenakte am Wasser sowie das berühmte Bild L’Origine du monde: Dieser gemalte Tabubruch hat bis in die Kunst der Gegenwart tiefe Spuren hinterlassen.

Die Ausstellung wurde von Ulf Küster, Kurator der Fondation Beyeler, realisiert und ist Teil der Saison Courbet, einer Kooperation mit den Musées d’art et d’histoire in Genf, die im Musée Rath gleichzeitig eine Schau mit dem Fokus auf Courbets Schweizer Jahren zeigen.

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